| Hospiz | ||
| In Deutschland ist die Hospizbewegung vergleichsweise jung. 1986 wurde das erste Hospiz in Aachen gegründet.
Inzwischen gibt es in Deutschland derzeit rund 1000 ambulante und etwa
hundert stationäre Angebote sowie siebzig Palliativstationen*), also
Einrichtungen mit kompetenter Schmerzbehandlung. Durch die Hospizarbeit
können 30 000 der jährlich 850 000 Sterbenden begleitet werden. Hospize verschiedener Prägung sind
historisch bereits im Mittelalter nachzuweisen und dienen vornehmlich
dem Schutz der Pilger. Eine inhaltliche Wandlung erfuhr der Begriff Hospiz durch die englische Krankenschwester, Sozialarbeiterin und Ärztin Cicely SAUNDERS, die zunächst als Sozialarbeiterin in London arbeitete und erkannte, wie unangemessen Sterbende in den Krankenhäusern betreut wurden. Sie studierte Medizin und beschäftigte sich mit Schmerzforschung. Nach jahrelanger Vorbereitung eröffnete Dr. Cicely Saunders dann 1967 das St. Christopher Hospiz in London. Weder Name noch Idee der Sterbebegleitung waren neu, sondern die Ergänzung der bisherigen Sterbebegleitung durch fundiertes Fachwissen, insbesondere im medizinischen Sektor. Mit ihrem Hospizkonzept wollte C. S. keine neue Institution für Sterbende gründen, sondern sie legte großen Wert darauf, Sterben zuhause wieder zu ermöglichen. Das flexible Konzept sollte sowohl für Sterbende zuhause als auch in Pflege- und Altenheimen sowie in Krankenhäusern angewandt werden. Das moderne Hospizkonzept verbreitete sich rasch in den angloamerikanischen Ländern, etwas später in den Industrie- und Entwicklungsländern. Literatur: "Hospizpraxis" Albrecht / Orth / Schmidt, Herder Spektrum 1995 und "Pflege Heute", Arne Schäffler et al, Hrsg., Gustav Fischer Verlag 1998 *) palliativ (lat. palliare = mit einem Mantel umgeben) Behandlung der Symptome, z.B. durch Schmerztherapie, wenn eine Ursachenbehandlung nicht mehr möglich ist. |
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